Apples Never Fall: Kritik zum neuen Peaco*ck-Krimi mit Annette Bening und Sam Neill (2024)

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Von: Bjarne Bock

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Apples Never Fall: Kritik zum neuen Peaco*ck-Krimi mit Annette Bening und Sam Neill (1)

Annette Bening und Sam Neill spielen im neuen Peaco*ck-Krimi „Apples Never Fall“ ein Ehepaar im Ruhestand, der aber leider nicht ruhig bleibt. Als Vorlage dient ein Roman von Liane Moriarty, die man auch für „Big Littles Lies“ kennt.

Spoilerwarnung - diese Meldung kann Hinweise auf die Fortführung der Handlung enthalten!

Äpfel, die nie fallen, verrotten hoch am Baum. Das neue Peaco*ck-Original Apples Never Fall ist leider eine ziemliche Enttäuschung, nachdem die Grundvoraussetzungen eigentlich so gut erschienen. Vor allem der Cast rund um die vierfach oscarnominierte US-Schauspielerin Annette Bening („American Beauty“, „Tod auf dem Nil“), den neuseeländischen „Jurassic Park“-Veteran Sam Neill, GLOW-Star Alison Brie und Jake Lacy (The White Lotus) war natürlich eine echte Ansage. Zumal die Altstars Bening und Neill im Serienbereich noch absolut „unverbraucht“ sind.

Als Vorlage der siebenteiligen Miniserie dient der gleichnamige Roman der australischen Bestseller-Autorin Liane Moriarty, der wir auch Big Little Lies zu verdanken haben (und mit weniger Dankbarkeit das Wellness-Drama Nine Perfect Strangers). Als Produzentin und Showrunnerin fungiert derweil die Golden-Globe-Gewinnerin Melanie Marnich (The Affair, Big Love). Während Chris Sweeney und Dawn Shadforth Regie führen.

Der US-Start erfolgte nun am Donnerstag, den 14. März, wobei es für Deutschland noch kein offizielles Datum gibt. Im erweiterten Ensemble mit dabei: Georgia Flood (American Princess), Jeanine Serralles (Hightown), Dylan Thuraisingham („Head High“), Conor Merrigan-Turner (Thai Cave Rescue) und Newcomerin Essie Randles sowie in Gastrollen beispielsweise Katrina Lenk, Timm Sharp, Nate Mann, Paula Andrea Placido, Pooja Shah und Quentin Plair.

Darum geht es im Peaco*ck-Krimi „Apples Never Fall“

Die Geschichte von „Apples Never Fall“ dreht sich um das Ehepaar Joy (Bening) und Stan Delaney (Neill), bei denen es sich um zwei frühere Tennistrainer handelt. Gemeinsam haben sie sich eine lukrative Sportakademie aufgebaut und freuen sich nun auf die goldenen Jahre des Ruhestands. Brie, Lacy, Merrigan Turner und Randles spielen die vier bereits erwachsenen Kinder der beiden: Amy, Troy, Logan und Brooke. Nach einem schockierenden Vorfall müssen sie erstmals hinter die Fassade blicken, die ihre Eltern all die Jahre lang so schön aufgebaut haben...

Apples Never Fall: Kritik zum neuen Peaco*ck-Krimi mit Annette Bening und Sam Neill (2)

In der relativ handlichen Auftaktepisode, die nach der ganzen Familie benannt ist (also The Delaneys), erkennen auch wir bald die zahlreichen Bruchlinien, die sich in der Ehe von Joy und Stan über die vielen Jahrzehnte natürlicherweise aufgetan haben. Ein eher unerwarteter Streitpunkt klopft eines Nachts an ihre Tür: die hilfesuchende Nachbarin Savannah (Flood). Sie ist zum Opfer häuslicher Gewalt geworden und findet bei den Delaneys Zuflucht. Während Joy sich freut, endlich mal wieder für eine Art Ziehtochter da sein zu können - weil ihre eigenen Kinder kaum Zeit für sie haben -, scheint Stan genervt von dem Trubel und der voreiligen Einladung seiner Frau an die Fremde.

Auch die Kinder finden es verständlicherweise seltsam, dass da plötzlich eine unbekannte Frau im Haus der Eltern wohnt. Wir Zuschauer:innen könnten womöglich wegen Savannahs souveränem Charme Verdacht schöpfen. Zumal wir gleich zu Beginn erfahren, dass Joy bald etwas Schlimmes zustoßen dürfte, denn mit ihrem mysteriösen Verschwinden während einer kleinen Radtour beginnt der Krimi eigentlich. Zunächst ist nur Amy alarmiert, doch bald geht Troy sogar so weit, seinem eigenen Vater Vorwürfe zu machen. Hat Stan etwas mit der Sache zu tun? Oder erwartet uns am Ende ein Twist à la „Gone Girl“?

Neben den Delaney-Kindern nehmen auch die Detectives Elena Camacho (Serralles) und Ethan Remy (Thuraisingham) die Ermittlungen auf. Ob aber das Publikum interessiert genug ist, um dem Rätsel weiter nachzugehen, scheint dafür fraglich...

„Apples Never Fall“ ist leider eine echte Enttäuschung

Die besondere Handschrift der Autorin Moriarty zeichnet sich sonst durch ihre Mischung aus unvorhersehbarem Krimi, lebendigem Familiendrama und scharfsinniger Kritik an der oberen Gesellschaftsschicht aus. All das kam genauso bei der starbesetzten HBO-Adaption ihres Werks „Big Little Lies“ (zu Deutsch: „Tausend kleine Lügen“) in Perfektion zusammen. Hier beim Peaco*ck-Neustart „Apples Never Fall“ sind die drei Elemente zwar ebenfalls erkennbar, aber richtig gut ist kein einziges davon gelugen. Der Kriminalfall scheint zu durchsichtig, Familie Delaney fühlt sich nicht echt an und die Schönen und Reichen wirken doch irgendwie ganz nett.

Bitter ist vor allem, wie (erwartungsgemäß) grandios die Darbietung von Annette Bening in der Miniserie ausfällt, was diese einfach nicht verdient hat. Die Schauspielerin gibt viel zu viel, während das Drehbuch sie hängen lässt. Alles wirkt einfach sehr generisch, besonders die Dialoge und generellen Charakter-Konstellationen. „Apples Never Fall“ legt im Auftakt leider keine überzeugende Argumentation dar, warum man weiterschauen sollte. Wir sind enttäuscht und hoffen, Bening bald wieder in besseren Projekten zu sehen.

Wir vergeben zwei von fünf verrotteten Äpfeln.

Hier abschließend noch der Trailer zur neuen Peaco*ck-Serie „Apples Never Fall“:

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